gedichte

 

das ewige gejammer des wohlstandsmenschen

das ganze leben habe ich gejammert und geklagt
über das, was wir unsere civilisation nennen
immer auf der suche nach dem heimlichen leben, das ich mir selbst versprach.

beim betrachten des grauens, das in dieser sekunde geschieht
eine frau, gefesselt die hände, auf knien mitten im staubigen marktplatz
die ein mann mit blossen händen langsam erwürgt.

lastwagenladungen junger männer, die abgeknallt wie abfall
in die schlucht geworfen werden.
kinder, die waffen tragen und babies zerbombt. um nur einiges
im lichte meines wohlstands zu nennen.

aufatmen, der hals meiner frau ist in sicherheit, wenn ich ihn
zu ihrer entpannung massiere, ihr zarter, zärtlicher hals.
wir gehen zur arbeit, ein wenig langweilig das.

nur ein paar flugstunden weg
wird mir der kopf abgehackt
für diese dilettantischen zeilen

nie wieder jammern und klagen

(august 2014)

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